Barrique oder nicht Barrique?

Vielleicht ist es etwas mehr als eine Frage des Geschmacks. Sicher ist, daß nicht jeder den Geschmack von Holzfässern im Wein mag. Genauso sicher ist, dass eine breite Masse der Weinlieberhaber gerade Weine ausgebaut in Holzfässern suchen und schätzen. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder der Begriff Barriquefass. Im Folgenden soll dieser Begriff unter die Lupe genommen werden.

Der Begriff Barrique ist vermutlich aus dem spanischen oder französischen Barrica entstanden. International wird dem Begriff Barrique eine definierte Größe an sogenannten Barriquefässern zugeschrieben. Die überwiegende Mehrheit der Barriquefässer besitzt ein Volumen von 225 Litern. Vereinzelt gibt es Weinregionen in denen das Volumen der Fässer davon abweichen kann. Hier können Volumina bis zu 700 Liter gefunden werden.

Allen Barriquefässen ist eines gemein. Sie werden aus Eichenholz hergestellt. In den meisten Fällen findet französisches oder amerikanische Eichenholz Verwendung. Aber auch Eichenhölzer aus Jugoslawien, seltener aus Deutschland, Österreich oder Ungarn werden verwendet. Jedes Eichenholz besitzt dabei für sich einen eigenen Charakter und somit Einfluß auf den Wein. Man könnte diese Charaktereigenschaft des Eichenholzes mit Terroir bezeichnen. Ähnlich wie beim Wein, der aus verschiedenen Regionen unterschiedliches Terroir mitbringt. Allerdings hat nicht nur das Holz einen Einfluß als vielmehr auch die sogenannte Toastung der Fässer. Toastung ist ein Vorgang bei der Fassherstellung, bei dem das fertige Fass über offenes Feuer gestülpt wird. Die Innenseite des Fasses wird „verbrannt“. Es ist aber keine Verbrennung im klassischen Sinne. Der Küfer achtet peinlichst genau, dass jedes Fass die geeignete bzw. gewünschte Dosis erhält. Durch die Toastung wird der Einfluß des Eichenholzes auf den Wein gesteuert.

Es bleibt nun die Entscheidung des Winzers, welches Fass für welchen Wein genommen wird. Auch den Grad der Toastung bezieht der Winzer mit in sein Kalkül. Als drittes entscheidet der Winzer auch darüber, ob er neue Fässer, einmal oder mehrfach gebrauchte Fässer verwendet oder ob ein Mix aus neuen und gebrauchten Fässern verwendet wird. Ausgangspunkt für die Entscheidung ist die Art des Weines. Für einen Barrique ausgebauten Wein ist das eine zentrale Frage, da hier über den Einfluss des Fasses auf den Wein entschieden wird. Zum Beispiel bringen neue und nur leicht getoastete Fässer Aromen von Vanille und Nüssen mit sich. Hingegen stark getoastete Fässer Kaffee oder Kakao. Manchmal auch Rauchnoten, ganz ähnlich geräucherter Wurst.

Einen weiteren Einfluß hat die Wahl des Fasses auch auf die Tannine und Gerbstoffe eines Weines. Hier ist das Stichwort auch Oxidation, worauf ein Fass schon allein durch sein Volumen einen riesigen Einfluß hat. Diese Auflistung von Einflüssen zeigt deutlich auf, welches Fingerspitzengefühl der Winzer für die Wahl des richtigen Fasses aufbringen muß. Letztendlich ist es eine Entscheidung, die durch Wissen und Erfahrung getroffen wird. Nach der Wahl des Fasses kommt dann die nächste spannende Frage. Wie lange soll der Wein im Fass reifen. In Spanien hat die Reifung im Fass eine lange Tradition und ist auch ein Merkmal für die Qualität des Weine (siehe auch Qualitätspyramide spanischer Weine). Dies bringt uns zum Thema Barriqueausbau und Qualität des Weines. Es ist wichtig zu erwähnen, dass der Barriqueausbau nicht über die Qualität des Weines entscheidet. Wird ein schlechter Wein in ein Fass gegeben, kommt am Ende auch wieder ein schlechter Wein heraus. Bei guten Weinen verhält sich das anders. Ein guter Wein muß bei Fehlern des Winzers nicht wieder gut aus dem Fass heraus kommen! Wird seitens des Winzers jedoch alles richtig gemacht und es wurde ein Spitzengewächs in das Fass gegeben, so erhält man anschließend wieder ein Spitzengewächs zurück. Es ist also ein Irrglaube, dass die Qualität des Weines im Fass gemacht wird!! Der perfekte Wein wächst im Weinberg. Dieses Qualität muß vom Winzer in die Flasche gebracht werden. Mit oder ohne Barrique ist dabei egal. Das Ziel ist es, dass der Genießer auf seine Kosten kommt.

Das Prozedere des Barriqueausbaus dürfte in etwas verdeutlich worden sein. Allerdings die spannende Frage Barrique oder nicht Barrique wurde nicht beantwortet. Leider muß an dieser Stelle festgestellt werden, die kann hier nicht beantwortet werden. Es ist und bleibt Geschmacksache und jeder Gaumen muß dies für sich entscheiden. Allerdings können wir aus unserer Erfahrung in Blindverkostungen sagen, dass die Weine mit Barriqueausbau meist zu den Favoriten gehört haben. Allem voran waren dies die spanischen Crianza und Reservas. Was also tun um eine persönliche Entscheidung zu treffen? Probieren! Dabei wünschen wir Ihnen auf jeden Fall viel Vergnügen.

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