Die Herkunftsbezeichnungen spanischer Weine

Die Region aus der ein Wein stammt ist maßgeblich für seine Qualität. Mit den Klassifizierungen der spanischen Weinregionen wurde ein System geschaffen, das eine Aussage über die Qualität einer Region gibt und zugleich einen Mindeststandard für den Weinausbau schafft. So soll der Verbraucher bereits an der Herkunftsbezeichnung des Weines eine gewisse Grundqualität erwarten dürfen. Im Folgenden sind die Klassifizierungen der spanischen Weinregionen aufgelistet.

Als unterste Klassifizierung steht der Vino de Mesa (VdM). Bei dieser Klasse dürfen aus verschiedenen Regionen Weine verschnitten werden. Als Deklaration auf dem Etikett steht Vino de Mesa - Product of Spain. Ein Jahrgang oder eine Regionsbezeichnung darf nicht angegeben werden. Zulässig ist auch die Angabe eines Markennamens, was auch meist verwendet wird. Allerdings gibt es ein paar wenige Ausnahmen bei denen eine Region angegeben werden darf. Diese Region ist oder darf nicht Teil einer D.O. sein. Mit der Ausnahme eine Region anzugeben, darf auch ein Jahrgang angegeben werden. Alles in allem entspricht der spanische Vino de Mesa der von der EU geforderten Stufe Tafelwein. 

Über dem VdM kommt der Vino de la Tierra (VdT). In etwa ist das ein VdM bei dem geografische Herkunft, die verwendete Rebsorte angegeben werden muß. Des weiteren schreibt die Klassifizierung einen Mindestalkoholgehalt vor. Als Herkunftsgebiet kann eine Region z.B. VdT Castillia y Leon oder eine Gemeinde angegeben werden. Vino de la Tierra ist das Ponton zur EU-Klassifizierung Landwein.

Eine Spezialisierung der VdT sind die Indecacion Geografica Vinedos de Espana. Dies ist eine Klassifizierung für Landweine, Weine aus überreifen Trauben und Perlweine, sofern diese aus einem als VdT klassifizierten Gebiet kommen. Dabei müssen Weißweine mindestens 11,0 Vol.% Alkohol besitzen und Rotweine mindestens 12,0 Vol.% und in beiden Fällen mindestens 4g/l Säure haben. Bis auf in den Regionen Baskenland, Galicien, Kastilien-León und La Rioja kann diese Bezeichnung vorkommen.

Mit strengen Bedingungen geht die Herkunftsbezeichnung Denominacion de Origen einher. Die Trauben müssen aus einem fest definierten Gebiet stammen. Nicht jede Rebsorte ist zugelassen. Allerdings können die zugelassenen Rebsorten von D.O. zu D.O. variieren. Für den Ausbau der Weine sind Mindeststandards vorgeschrieben. Für jede D.O. ist eine eigene Consejo Regulador (Kontrollbehörde) zuständig. Aktuell gibt es 78 D.O.

Die höchste Herkunftsbezeichnung ist Denominacion de Origen Calificada (DOCa). Diese wird nur an Weine aus Gebieten vergeben, die für überdurchschnittlich gute Weine bekannt sind. Zusätzlich werden höhere Anforderungen an die Weinproduktion gestellt. So müssen die Trauben aus registrierten Weinbergen stammen. Dabei sind die Rebsorten strenger eingegrenzt als bei den D.O. und die Ertragsgrenzen sind niedriger. Auch die Mindeststandards beim Ausbau der Weine sind verschärft. Zuletzt muß der Erzeuger auch Abfüller sein. Bis heute sind nur zwei Regionen, Rioja und Priorat, als DOCa klassifiziert. Vermutlich wird in den kommenden Jahren die D.O. Ribera del Duero in den DOCa Status erhoben.

Als oberste Klassifizierung wurde 2003 Vino de Pago eingeführt. Hiermit werden Weine aus besonderen Einzellagen, den Pagos, gekennzeichnet. In dieser Königsklasse werden bereits an das Terroir strenge Bedingungen geknüpft. Bodenbeschaffenheit, Mikroklima und das Alter der Lage spielen eine gewichtige Rolle. Alle drei Punkte müssen zu den anderen Lagen charakteristisch und unterschiedlich sein. Außerdem darf die Lage nur einen Bruchteil des Herkunftgebietes ausmachen in dem sie liegt. Zudem muß über viele Jahre (mindestend 5-10 Jahre) die Weinqualität dieser Lage weit über dem Durchschnitt liegen. Es müssen mindestens die Richtlinien der DOCa erfüllt werden. Aber die Lage muß nicht in einer zwingend in einer DO oder DOCa liegen. Wenn aber die Einzellage innerhalb einer DOCa liegt, so darf sie sich Vino de Pago Calificada nennen.

Jede Klassifizierung mit ihren Gesetzmäßigkeiten muß überwacht werden. Dies geschieht durch das Instituto Nacional de Denominaciones de Origen (INDO). Jedoch setzt das INDO in jeder einzelnen Region die sogenannte Consejo Regulador ein, deren Aufgabe es ist, die „Gesetze“ zu regulieren und zu überwachen. Damit die Consejo Regulador ausgewogen isst, setzt sie sich durch „Räte“ zusammen, die alle Bereiche abdecken sollen: Winzer, Händler, unabhängige Wissenschaftler und Vertreter des Ministeriums für Landwirtschaft. 

 

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