Die Qualitätspyramide spanischer Weine

Neben der Klassifizierung nach der Herkunft (Region) des Weines gliedert der spanische Weinbau seine Qualitäten nach der Art und Dauer des Ausbaus. Im Prinzip gibt es vier Etagen der Qualitäspyramide.

Die unterste Stufe ist die Bezeichnung Joven. Dies sind in der Regel Jungweine mit einem Ausbau von maximal sechs Monaten im Fass. In der Regel kommen Joven im ersten Jahr nach der Lese in den Handel. Manchmal findet man auch die Bezeichnung Roble (Holz) und Semicrianza auf den Flaschen. Dabei handelt es sich nicht um offizielle Angaben.

Die zweite Etage der Qualitätspyramide ist die Crianza. Übersetzt man Crianza wörtlich, bedeutet es in etwa Erziehung. Dabei ist wohl eher Ausbau gemeint. Eine Crianza muß mindestens 24 Monate am Weingut gereift sein. Davon müssen mindestens 6 Monate der Reife im Eichenfass erfolgen und die restlichen 18 Monate auf der Flasche.

Die folgende Etage ist die Reserva. Hier muß der Wein mindestens 36 Monate am Weingut reifen. Mit mindestens 12 Monaten muß die Reife im Eichenfass erfolgen. Ab der Reserva erfolgt eine Kopplung mit der Herkunftsklassifizierung (siehe unseren Weblog Beitrag „Die Herkunftsbezeichnungen spanischer Weine“). Wodurch die Reserva den D.O.- und D.O.Ca-Weinen vorbehalten ist.

Als Spitze und oberste Etage ist die Gran Reserva. Hier muß der Wein mindestens 60 Monate am Weingut reifen. Davon mindestens 18 Monate im Eichenfass und die restlichen Monate auf der Flasche. Kurze Anmerkung, die Länge der Eichenfasslagerung wurde 2005 gelockert und von 24 auf 18 Monate gesenkt. Wie schon bei der Reserva ist die Bezeichung Gran Reserva den D.O.- und D.O.Ca-Weinen vorbehalten.

Ein wichtiger Kritikpunkt dieses Qualitätsmodells muß hier erwähnt werden. Es wird durch die Qualitätspyramide suggeriert, dass ein länger gereifter Wein per se besser sein muß. Natürlich ist dies nicht per se der Fall. Es hängt von der Qualität des Lesegute, des Können des Winzers und den verwendeten Fässern, sowie noch anderer Faktoren ab, ob ein Wein besser ist als ein anderer. Jedoch ist davon auszugehen, dass die Weingüter ihre besten Weine als Reserva oder Gran Reserva ausbauen. Schließlich binden sie durch die lange Lagerung Kapital und das sollte mit einer „Dividende“ wieder eingespielt werden. Letzt endlich muß der eigene Gaumen über die Qualität entscheiden, sprich man muß probieren.

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